
Rassebeschriebung der Australian Shepherd
Was ist überhaupt ein Aussie?
(Sandra Zilch, 2005)
Der Australian Shepherd, liebevoll Aussie genannt, ist ein aufmerksamer, äusserst loyaler Hund mittlerer Größe, der zu den Hütehunden zählt.
Die Rasse ist in den USA entstanden.
Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts boomte in Amerika die Schafzucht und es wurden Schafe aus Australien importiert. Mit ihnen kamen die Schäfer und ihre Hunde. Aber auch schon zuvor und aus anderen Teilen Europas immigrierten Schafzüchter und Farmer, die ihre Hunde mitbrachten.
Carole L. Presberg schreibt in Marjorie Quartons Buch "The Working Border Collie":
"Working Collies sind seit dem Beginn unserer Nation nach Amerika importiert worden. Sie wurden einfach Collies oder Collie Hunde genannt. Es gibt ein Gemälde das George Washington zeigt, wie er im Jahr 1784 den Marquis de Lafayette und seine Familie, begleitet von zwei Hunden, verabschiedet. Einer der Hund scheint ein Spaniel zu sein und der andere ist ein Collie, der sich nicht von den heutigen Border Collies unterscheidet (Presidential Pets, von Niall Kelly, Abbeville Press, 1992).
Gegen Ende des Bürgerkriegs begannen wohlhabende Amerikaner Schafe zu importieren. Schäfer, die mit ihren Familien und Collies nach Amerika unterwegs waren, wurden angestellt, die Herden an Bord der Schiffe zu betreuen und auf amerikanischen Besitzungen zu arbeiten. Je nach Bedarf forderten diese Schäfer zu Hause in England die Hunde an, die sie am besten kannten.
Es ist schwierig zu beurteilen, was viele dieser frühen Immigranten wohl durchgemacht haben, als sie in ein fremdes Land segelten, an Bord von Schiffen die voll mit Menschen, Vieh und Hunden waren.
Aber ein Immigrant, obwohl zu einem späteren Zeitpunkt als oben beschrieben, gab eine kurze Beschreibung der Ankunft seiner Familie in Canada:
Als unsere Familie im Jahr 1929 von Schottland nach Canada segelte, begleitete uns unser schwarz-weißer Border Collie. Nachdem wir in Halifax angedockt hatten, bestiegen wir einen Zug, ohne unser Gepäck oder unseren Hund gesehen zu haben. Am nächsten Morgen mußten wir in Montreal in einen anderen Zug umsteigen, der uns nach Toronto bringen sollte. Da wir unsere Sachen immer noch nicht gesehen hatten, befragten wir die Männer im Gepäckwagen. Zu unserer Bestürzung sagte man uns, daß ein kleiner Hund weggelaufen sei, als er in den zweiten Zug umgeladen werden sollte. In diesem Moment erschien ein Gepäckträger der sagte: Da steht ein Berg Gepäck drüben auf dem Bahnsteig Nr. 8, der vielleicht diesen Leuten hier gehört. Aber das sitzt ein kleiner schwarz-weißer Hund drauf, der keinen von uns das Gepäck anfassen läßt.
(Eoin MacIntyre, from the August 1994 Reader´s Digest, copyright 1994 by Reader´s Digest Magazines Limited).
(aus: "The Working Border Collie", by Marjorie Quarton with Carole L. Presberg, TFH Publications, Inc.)
In einigen Teilen Europas existieren alte Hütehundeschläge, die manchmal das Aussehen von „altmodischen“ Aussies haben. Sie variieren zwar sehr stark in Größe, Farbe und Fellbeschaffenheit, aber immer wieder gibt es auch Blue Merle farbene Hunde mit glattem, langem Fell und blauen Augen, die dem heutigen Aussie sehr ähnlich sehen. Zwei dieser Hütehundeschläge sind zum Beispiel der „Pyrenean Shepherd“ oder der „Altdeutsche Hütehund“. Letzterer wird von deutschen Schäfern „gezüchtet“, indem die besten Hunde verpaart werden, möglicherweise auch die, die sich im Aussehen am ähnlichsten sind. Im Moment gibt es sogar Bemühungen, ein Zuchtbuch zu erstellen. Verfolgt man die Entstehung und Entwicklung dieser Hütehunde (die Momentan eine echte Gebrauchsrasse für Schafe darstellt), so kann man sich die Entstehung des Australian Shepherd vielleicht leichter vorstellen. Mehr zur Rassenentstehung kann man auch hier nachlesen.
Betrachtet man alte Fotos vom Ende des 19. Jahrhunderts, auf denen Farmer und Rancher mit ihren Hunden abgebildet sind, so erkennt man bereits den Typus des heutigen Aussie sehr deutlich. Leider haben wir heute keine dokumentierte Geschichte dieser baskischen und anderen Hütehunde und deren Vermischung.. Die Basken, eine der ethnischen Gruppen, die nach Amerika kamen, kannten beispielsweise keine geschriebene Sprache. Alles was über die Anfänge der Rasse bekannt ist, leitet sich aus mündlicher Überlieferung her. Dazu gehören unter anderem auch Legenden über diese Hunde. Eine dieser Überlieferungen besagt, daß die Schäferhunde auch zum Schutz vor den Indianern gehalten wurden, und zwar wegen ihrer oftmals blauen Augen. Sie wurden bei den Indianern die “ghost-eyed ones“ genannt (die Hunde mit den Geisteraugen) und die Indianer ließen die Besitzer dieser „heiligen Hunde“ in Ruhe!
Um die Geschichte abzukürzen: im Jahre 1957 gründeten einige der frühen „Züchter“ den Australian Shepherd Club of America (ASCA). Registriert wurden die Hunde zunächst in der International English Shepherd Registry (IESR) (= National Stock Dog Registry). Seit 1971 werden die Hunde offiziell beim ASCA registriert.
Der heute für den Australian Shepherd gültige Rassestandard ist am 15. Januar 1977 in Kraft getreten. Die vom ASCA genehmigte Übersetzung dieses Standards finden Sie hier.
Seit 1996 ist die Rasse FCI anerkannt.
Der Australian Shepherd war ursprünglich ein harter, ausdauernder Arbeitshund, auf dessen Fähigkeiten die Rancher und Farmer absolut angewiesen waren.
Die Menschen, die vor der Gründung des ASCA diese Hütehunde gehalten haben waren nicht an bestimmten vorgegebenen Merkmalen interessiert, sondern in erster Linie an der Gebrauchseigenschaft. Deshalb wurden nur die besten und intelligentesten Arbeitshunde miteinander verpaart!
Je nach Charaktereigenschaften entwickelten sich auch verschiedene Hüte“linien“, je nachdem, für welche Zwecke man einen Arbeitshund brauchte.
Daß sich eine Rasse herausbildete, die vom Erscheinungsbild relativ einheitlich wurde, liegt, soweit man das nach heutigem Wissenstand sagen kann, an der genetischen Dominanz des Erbgutes der frühen Schäferhunde, die durch die Durchsetzung des Rassestandards in Bahnen gelenkt wurde.
Mit der Gründung des ASCA und der Etablierung eines Rassestandards, begann, wie bei allen Rassen, ein Prozeß der Aufsplittung in Hunde, die vornehmlich nach Gesichtspunkten der äußeren Erscheinung (Fellfarbe, Fellstruktur, Körpermaße, Gang) und solche, die vor allem nach Gebrauchseigenschaft gezüchtet wurden.
Intelligenz und Führigkeit sollten die herausragendsten Fähigkeiten des Aussie sein. Diese machen ihn leicht trainierbar und dadurch in den verschiedensten Hundesportarten (wie z.B. Agility, Flyball, Tracking, Rettungs-, Blinden-und Therapiehundearbeit, Obedience) einsetzbar. Auf der anderen Seite kann der Aussie durch eben diese Intelligenz, bei ungenügender Anleitung, schlechte Angewohnheiten ebenso schnell erlernen wie gute. Ein Aussie merkt schnell, wer das Familienoberhaupt (Rudelführer) ist, hat er den Eindruck, dieser Posten ist noch nicht besetzt, versucht er ihn gerne, meist am Anfang unbemerkt, zu übernehmen.
Merkmale:
Das Fell:
Sein Fell ist ausgesprochen pflegeleicht & witterungsfest, bei mittlerer Länge.
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Die ausschließlich anerkannten Farben sind:
Alle Farben dürfen weiße und / oder kupferfarbene Abzeichen haben. Der Bereich um Augen & Ohren herum darf nicht von weiss dominiert werden. Sowohl weiße Abzeichen am Rumpf als auch halb oder ganz weisse Köpfe entsprechen nicht dem Rassestandard. Merle x Merle Anpaarungen können zu schweren genetischen Defekten führen und sind daher in Deutschland verboten (ebenso wie NBT x NBT Verpaarungen.) |
Die Rute:
Seit dem 01.06.98 ist das Rutenkupieren in Deutschland, laut Tierschutzgesetz, verboten. Seit 2002 gibt es ein Ausstellungsverbot für Hunde die nach dem oben genannten Datum kupiert wurden. In Deutschland ist es außerdem verboten NBT x NBT (= Natural Bobtail = Natürliche Stummelrute) Verpaarungen vorzunehmen.
Die Augenfarben:
Die Augen des Aussie können die Farben Braun, Bernstein, Blau oder eine Kombination aus Braun/Berstein mit Blau haben. Ein Aussie kann auch verschiedenen Augenfarben haben, z.B. ein Auge blau, das andere Berstein. Blaue Augen kommen meist bei merle farbenen Hunden vor. Blaue Augen in einfarbigen Hunden sind kein Fehler.
Pigmentierung:
Nasen, Augenlider & Lippen müssen
entsprechend der
Fellfarbe pigmentiert sein, das bedeutet:
black & blue merle = schwarze Pigmentierung
red & red merle = leberfarbene ( braune ) Pigmentierung
Körpergröße:
Hündinnen zwischen 45,7 und 53,4 cm
Widerristhöhe (18 – 21 inch)
Rüden zwischen 50,8 und 58,5 cm Widerristhöhe (20 – 23 inch)
„Der Australian Shepherd ist Intelligent, in erster Linie ein Arbeitshund mit starkem Hüte- und Schutztrieb (...)“.......... dies ist der erste Satz des Rassestandard unter „Charakter“!
Das "Stockdog Program" wurde im Jahr 1975 begründet. Der erste Trial unter ASCA Regeln fand in Santa Rosa, Kalifornien statt. Hier konnte man nur starten, wenn man eingeladen war. Der erste Trial, der offen für jeden war und wo Hunde Titel erringen konnten, fand statt bei der "Silver Specialty" in Phoenix, Arizona (Thanksgiving, 1976). Die beiden Klassen, in denen an Aussies Titel vergeben wurden hießen "Promising Young Dog" (für Hunde unter zwei Jahre) und "Open" (für Hunde über zwei Jahre).
Seitdem ist das „Stockdog Program“ stetig gewachsen und verbessert worden. Jeder kann mit einem talentierten Hund zu sportlichen Wettkämpfen, den „Trials“ kommen und Titel an Enten, Schafen und Rindern bekommen. Es gibt darüber hinaus ein „Ranch Trial Program“, bei dem die Fähigkeit des Hundes bei der alltäglichen Rancharbeit beurteilt wird. Es gibt in den USA alljährlich die „National Finals“, bei denen die besten 20 Hunde, ermittelt aus Trialergebnissen über das vorangegangene Jahr hinweg, gegeneinander antreten und die Besten der Besten ermittelt werden.
Aber was macht einen talentierten Hütehund aus?
Ein Aussie der den Willen hat um Schafe rumzurennen oder die Rinder auf der Koppel anzubellen ist deshalb noch kein guter Hütehund! Die Verhaltensweisen und Charaktereigenschaften die zum Verhaltensschema „hüten“ zählen sind sehr komplex. Die Selektion für oder gegen bestimmte Verhaltensweisen schließt ein: Stil, Arbeitsethik, hat der Hund Griff oder nicht, wo greift er (Nase, Seite, Hinterbeine), wie greift er, bellt er oder nicht, bellt er immer oder bellt er in Situationen wo bellen Zielgerichtet ist, zeigt er Auge, wie zeigt er Auge, in welchen Situationen zeigt er Auge, ist er ein Hund der natürlich Tiere einholt und nachtreibt oder eher ein Hund der Tiere wegtreibt, hat er natürlicherweise genügend Sinn dafür die Gruppe der Tiere die er grade hütet zusammenzuhalten, ist er Arbeitseifrig genug ein paar Stunden am Stück zu arbeiten, ist er resistent gegen Wettereinflüsse, ist er körperlich in der Lage diese Arbeit zu verrichten, ist er geistig in der Lage diese Arbeit zu verrichten, ist er gesund, ist er kontrollierbar, nimmt er Kommandos gut an oder arbeitet er lieber „für sich“, läuft er von sich aus schon schöne Kreise/Flanken um die Herde oder muß man ihm das erst beibringen, ist er auch Gesellschaftsfähig (etwas, was bei uns in Europa vor allem wichtig ist, denn unsere Hunde nehmen ungleich mehr am öffentlichen Leben teil als beispielsweise in den USA) usw. usw.
Dabei gilt für Züchter von Arbeitshunden: Form follows Function!
ABER: zuerst kommt die Leistung, danach kommt das äußere Erscheinungsbild. Was jedoch in keinster Weise heißt daß Arbeitshunde aus Hüteleistungszucht, die seit Generationen selektiert wurden (denn das und nur das sind Hütelinien!!) hässliche Viecher sind. Sie sehen zum Teil vielleicht nicht unbedingt aus wie einer der heute gängigen Showhunde. Aber verstecken müssen sie sich im allgemeinen nicht!
Und wie sieht es aus mit dem Einsatz von Hütehunden in Viehzuchtbetrieben? Brauchen wir überhaupt Hütehunde in Europa?
Auch in Europa werden immer noch Rinder, Schafe und Ziegen gezüchtet und verzehrt. Die Zahl derer die Rinder, Schafe oder Ziegen als Hobby oder zur Weidepflege, auch im Rahmen von Landschaftsschutzprogrammen halten ist nicht unerheblich.
In Bayern z.B. bestanden 1999 95 Mutterkuhbetriebe, je mit einem Bestand von über 50 Mutterkühen, die vorwiegend von diesem Betriebszweig leben.
Es sind starke Zunahmen zu erwarten.
Zu den wichtigsten Beweggründen, die die Betriebe dazu veranlaßt hat, Mutterkuhhaltung zu betreiben oder auf Mutterkuhhaltung umzustellen gehören:
(Quelle: Mutterkuhhaltung, 2000, Bayrische Landesanstalt für Tierzucht, Grub)
Welche neuen Probleme ergeben sich mit der Zunahme der Mutterkuhhaltung, vor allem in größeren Betrieben?
Durch die größer werdende Anzahl von Tieren pro Betrieb und der zahlenmäßige Anstieg der Betreibe überhaupt, wächst die Notwendigkeit, Sicherheitsaspekte im Umgang mit den Mutterkühen und Zuchtbullen zu berücksichtigen.
Es gibt jedes Jahr eine Reihe von Unfällen mit Weiderindern. Sogar Todesfälle.
Zu diesem Thema geben die Berufsgenossenschaften ein Merkheft heraus: „Aktuelles zu Sicherheit und Gesundheitsschutz“, Thema „Tierhaltung“. (Hrsg. Bundesverband der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften (BLB), Hauptstelle für Sicherheit und Gesundheitsschutz, Kassel.
Stand: Oktober 2000)
Hierin heißt es:
„ (...) Dass die Tierhaltung darüber hinaus sehr unfallträchtig ist, wird deutlich, wenn man die Unfallstatistik betrachtet. Von den rund 200.000 den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften jährlich gemeldeten Unfällen ereignen sich allein im Bereich „Tierhaltung“ 45.000 Unfälle. 55% dieser Unfälle sind Unfälle, die unmittelbar durch Tiere verursacht werden.“
Und in der Verteilung der Tierunfälle auf die Tierarten stehen die Rinder mit 66% aller gemeldeten Unfälle mit Tieren an erster Stelle.
Auch die Berufsgenossenschaften haben also den Wert des Einsatzes von Hütehunden in der Rinderhaltung erkannt!
In dem Kapitel „Sicherer Umgang mit Rindern“ heißt es:
„Der Einsatz von ausgebildeten Hütehunden erleichtert die Arbeit und erhöht die Sicherheit.“
In der Zeitschrift „Sicher Leben“, Ausgabe 2/99 schreibt Herr Aumann in seinem Artikel „Hütehunde lenken die Herde“:
Unfallgeschehen
Es ereignen sich jährlich bundesweit ca. 20.000 Unfälle beim Umgang mit Rindern. Folgen sind harmlose blaue Flecke, Bänder- und Sehnenschäden, aber auch schwerste Knochenbrüche, Lähmungen und tödliche Verletzungen. Bei den Unfällen mit Todesfolge nehmen die Angriffe von Zuchtbullen eine herausragende Stellung ein. 1997 wurden z.B. von den 15 tödlichen Unfällen aus der Rinderhaltung, 12 durch Bullen verursacht. Viele dieser Unfälle geschehen auf der Weide, beim Auf- und Abtrieb der Tiere. 1998 ereignete sich ein äußerst dramatischer Unfall mit einem Zuchtbullen. Beim Abtrieb der Milchviehherde wurde der Unternehmer angegriffen und tödlich verletzt. Auf der Suche nach ihrem Mann wurde auch die mithelfende Ehefrau getötet. Das Angriffsverhalten der Bullen ist in seiner gesamten Breite unzureichend erforscht. Der Herdeninstinkt und somit die Beschützerrolle des Bullen für seine Kühe ist dabei sicher ein wesentlicher Punkt. Dennoch erklärt er nicht allein, warum vermeintlich gutmütige Tiere plötzlich ohne jeden erkennbaren Grund zu todbringenden Bestien werden. Außerdem gibt es auch Angriffe durch Mastbullen, die gar keine Kuhherden beschützen können.
Sicherheitsreserve
Eine Möglichkeit, die Sicherheit beim Umgang mit Rindern zu erhöhen, ist die Anschaffung eines ausgebildeten Hundes. Sind der eingesetzte Hund und sein Führer solide und umfassend ausgebildet, kann das Tier im Einsatz so gelenkt werden, daß auch ein Schutz vor dem Angriff von Bullen und Rindern gegeben ist. Dieser kann direkt durch die Arbeitsweise der Hunde erreicht werden, indem der Kontakt zu den Rindern auf ein geringes Maß reduziert wird. Tägliche Treibarbeiten können entfallen. Es gibt genügend Beispiele, bei denen Koppelgebrauchshunde Milchviehherden nach entsprechenden Kommandos vollkommen eigenständig bis in den Melkstand des Stalles treiben. Auch beim Herdenab- oder -umtrieb kann der Führer aus sicherer Distanz zu den Rindern seine Kommandos erteilen. Aber auch den direkten Schutz "seines Menschen" kann ein gut ausgebildeter Hund durchaus wahrnehmen. Viele unserer Mitglieder berichten von Ereignissen, die sie nach eigener Aussage ohne ihren Hund nicht überlebt hätten. So ergibt sich automatisch ein Zusammenspiel von wirtschaftlichem Nutzen und vorbeugendem Unfallschutz.
Vor allem die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Schleswig-Holstein und Hamburg hat sich also bereits ausführlich mit dem Thema „Einsatz von Hütehunden in der Rinderhaltung“ befaßt.
In verschiedenen Informationsblättern und auch theoretischen und praktischen Seminaren kann man sich vom Nutzen, den ein Hütehund haben kann, überzeugen lassen.
Hier sind natürlich nicht nur die Mutterkuhhalter angesprochen. Ein Hütehund ist genauso einsetzbar in einem Milchviehbetrieb.
Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft betont:
Sie begrüßt ausdrücklich die Teilnahme an diesen Lehrgängen. Sie verspricht sich davon einen Rückgang des Unfallgeschehens in der Tierhaltung.
(Seminar „Ausbildung von Hütehunden“, am
Bildungs- und Beratungszentrum in Futterkamp, 24327 Blekendorf, Tel.:
04381/90090, Fax: 04381/90098).
Der Australian Shepherd
Beim Australian Shepherd handelt es sich um einen Hütehund. Das wissen wir ja jetzt schon. Das heißt aber nicht, daß jeder Vertreter dieser Rasse für die Arbeit als Koppelgebrauchshund in der Rinder- und/oder Schafhaltung geeignet ist. Auch beim Border Collie, der wohl bekanntesten Hütehundrasse, gibt es durchaus Hunde aus Showlinien, die sich als Gebrauchshunde beim Hüten nicht bewähren.
Genauso ist es beim Aussie auch.
Nur Hunde, deren Vorfahren erwiesenermaßen als Hütehunde gearbeitet haben oder noch arbeiten und die aus Zuchten stammen, bei denen die Arbeitsleistung beim Hüten als oberste Priorität gesehen wird, werden die Arbeit zufriedenstellend verrichten können, die in Rinder- und/oder Schafhaltungsbetrieben anfällt!
Wer einen Hütehund einsetzen will muß natürlich eine große Portion Hundeverstand mitbringen und den Willen, in das Training Zeit und auch Geld zu investieren. Darüber hinaus muß er dem Hund, der ja sein zuverlässigster Arbeiter werden soll, die bestmögliche Aufzucht und Haltung bieten.
Ein Aussie, der 20 Stunden am Tag in einem Zwinger verbringt wird nie die Arbeitsleistung erbringen wie ein Hund, der in die Familie integriert ist und seine Persönlichkeit und die Bindung zu seinem Herrn voll entwickeln kann.
Die Investition lohnt sich! Denken Sie darüber nach!
Im WEWASC erhalten Sie fachkundige Hilfe und Beratung.
(Sandra Zilch, 2005)